Es war wieder einmal so weit: 43 begeisterte Wanderer der St. Kunibertus-Schützengesellschaft aus Gymnich machten sich auf eine lange Reise, um im Salzburger Land sechs Tage lang tolle Wanderungen in dieser Hochgebirgslandschaft zu erleben.
Morgenappell
Radstadt im Pongau mit seinen 858 m Seehöhe sollte mit seinem Hotel Stegerbräu der tägliche Ausgangspunkt sein. Wanderführer Herbert Schmitz hatte mit seiner Frau Trude wieder eine hervorragende Vorarbeit in Planung und Organisation geleistet.
Schon der erste Tag verlangte der Wandergruppe viel ab. Nach dem Start in 1362 m Höhe ging es zur Moosscharte (1513 m) und dann über einen Kammweg zum Roßbrand mit seiner Radstadter Hütte, die auf 1768 m liegt. Dabei galt es, 406 Höhenmeter zu überwinden. Damit war es aber nicht getan, denn die Gruppe musste diesen Höhenunterschied natürlich auch wieder bergab bewältigen. Und wer schon einmal im Hochgebirge gewandert ist, der kennt die Belastungen, die gerade beim bergab gehen entstehen.
Abends wussten sicherlich alle, was sie an diesem Tag geleistet hatten.
Gipfelkreuz Roßkopf
Der nächste Tag bescherte der Gruppe einen Regentag, aber eine Alternative war schnell gefunden. Die größte Eishöhle der Erde, die Eisriesenwelt bei Werfen, war das Tagesziel. Zunächst mussten steile Fußwege und eine Seilbahnfahrt mit einer der steilsten Seilbahnen Österreichs überwunden werden, um in 1641 m Höhe in ein faszinierendes Eishöhlenlabyrinth einzutauchen. Ca. einen Kilometer weit wurde die Gruppe durch fachkundige Führer in die Eishöhle in das ewige Eis geführt. Für diese Strecke mussten auf dem Hin- und Rückweg über 1000 Stufen erklommen werden. Die gesamte Eishöhle ist bislang bis in eine Tiefe von über 40 Kilometer erforscht.
Eingang Eiswelten
Das Dachsteinmassiv ist sicherlich neben den Dolomiten in Südtirol eine der faszinierendsten Gebirgsformationen in den Alpen und sie waren das nächste Tagesziel der Gruppe. Von der Bachlalm auf ca. 1500 m Höhe ging es über 400 Höhenmeter immer bergauf zur Südwandhütte des Dachsteinmassivs auf 1910 m. Ein Abstieg zur Seilbahnstation Türlwand brachte die Gruppe zum heiß ersehnten Bus, der sie zurück zum Quartier brachte.
Der heutige Tag mit dem imposanten Dachsteinmassiv und seiner eindrucksvollen Kulisse war sicherlich der Höhepunkt der Wanderwoche.
Die St. Kunibertus Wanderer auf der Bachlalm vor dem Dachstein
Es folgte ein Tag des Wassers. In der Nähe von Schladming wurde der Riesachwasserfall bis zu Gfölleralm (1338 m) erwandert. Die Wasserfälle haben eine Höhe von 1065 m und es galt wieder, ca. 750 Stufen zu erklimmen. Der gesamte Höhenunterschied betrug 380 m. Die Hauptattraktion war jedoch eine Hängebrücke mit einer Länge von 46 m in einer Höhe von 36 m. Für einige war es eindeutig eine Mutprobe, dieses schwankende „Bauwerk“ zu überqueren. Der weitere beschwerliche Weg wird auch „durch die Höll“ genannt. Am Riesachsee in 1345 m Höhe war der Wendepunkt und über einen angenehmeren Wanderpfad ging es wieder bergab.
Hängebrücke in der „Höll“
Obertauern, ein sehr bekannter Skiort, war der nun folgende Ausgangspunkt, um mit der Grünwaldkopfbahn auf eine Höhe von 1975 m zu fahren, um dann auf einem Wanderweg über die Dikt´n Alm (1816 m) die Talstation wieder zu erreichen.
Nun sollte endlich ein ruhiger Tag folgen, und so war eine Talwanderung im Oberen Ennstal angesetzt. Der Fluss Enns führte uns an seinen seitlichen Wanderwegen zwischen der kleinen Gebirgsstädten Radstadt und Altenmarkt, die hier im Hochgebirge ihren besonderen Reiz haben, hin und her.
Nun kann die Wandergruppe nicht nur gut wandern, sondern sie versteht es auch in jedem Jahr einen zünftigen gemütlichen Abend zu gestalten. Ein begeisterungsfähiger Musiker, der auf der Radstadter Hütte engagiert wurde, sorgte für die nötige Unterhaltung.
Der Musiker von der Radstadter Hütte
Die „Laienschauspielerinnen“ der Gruppe waren an diesem Abend für das Zwerchfell zuständig, und sie haben es mit dem Auftritt von “Captain Cook“ sowie dem Einteiler „Die Hochzeit“ auch mal wieder geschafft, dieses zu strapazieren.
Die Laienspielgruppe der Wandergruppe
Nach sechs wunderschönen Wandertagen hieß es nun Abschied zu nehmen vom Salzburger Land und sich wieder gen Gymnich aufzumachen. Aber auch auf der Rückfahrt wurde noch eine besonderer Kunstgenuss eingebaut: Die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, westlich von Augsburg, wurde angesteuert und Pater Jörg führt uns in die Geschichte dieser Wallfahrtskirche, die ihren Ursprung 1632 während des Dreißigjährigenkrieges hat, ein. Es war eine krönender Abschluss, dieses barocke Juwel nach sechs Tagen Wanderungen im Hochgebirge zu besichtigen.
Text u. Bilder: Werner J. Martens
Einweihung der Rundwanderwege an der Gymnicher Mühle
Die große Verbundenheit der St. Kunibertus Schützengesellschaft mit dem Gymnicher Schloss ist hinlänglich bekannt, zumal die Gründung der Gesellschaft im Jahre 1848 zweifelsfrei mit der Bewachung des Schlosses und der Kirche in der damals unruhigen Zeit zusammenhing.
Die Gymnicher Mühle war seit jeher immer ein Teil der Schlossanlage. Nachdem kürzlich die Gymnicher Mühle in ein Naturparkzentrum umgewandelt wurde und im direkten Umfeld Rundwanderwege installiert wurden, nahm dies die Wandergruppe der grünen Schützen aus Gymnich zum Anlass, ihre Heimatverbundenheit unter Beweis stellen. So machten sie sich als größte teilnehmende Wandergruppe mit einer Stärke von 26 Teilnehmern bei der Eröffnung der neuen Rundwanderwege von Regio-Grün im Landschaftspark Erftaue auf den Weg und auf die „Socken“ um das Schloss Türnich herum.
Die Wandergruppe der Kunibertus Schützen
Das Familienfest war der 2. Wasser-Erlebnis-Tag mit einigen Wasser-Wunderwesen im und um dieses alte Anwesen herum. Einen besonderen Touch bekam der Tag noch durch die weiteren Informationen über das Projekt Erftaue Gymnich mit der Verlegung der Erft aus dem künstlichen Erftkanal in einen neuen natürlichen Gewässerverlauf. Das ganze geschieht in unmittelbarer Nähe südlich der Gymnicher Mühle.
Text & Bild: Werner J. Martens
Die Idee zur Gründung einer Wandergruppe entstand im Juli 1991 beim Schützenfest in Erftstadt-Köttingen zwischen dem damaligen Präsidenten Reiner Schneider und Herbert Schmitz.
In diesem Gespräch einiger Mitglieder mit dem damaligen Präsidenten wurde deutlich, dass unsere Gesellschaft bemüht sein sollte, neben dem Schießsport eine breitere Palette von Freizeitaktivitäten anzubieten. So fand bereits wenige Monate später, am 22. September 1991, unter der Leitung des designierten Wanderführers, Herbert Schmitz, die erste Wanderung über eine Strecke von 14 km in der Nähe von Rheinbach statt.
Der Zuspruch war auf Anhieb da: Das jüngste "grüne Kind" der St. Kunibertus Schützengesellschaft war geboren.

Der Vizepräsident Herbert Schmitz
in seiner Zweitfunktion als Wanderführer
Seither ist der zweite Sonntag im Monat für unsere Wanderungen als Richttermin angesetzt. Bedingt durch Feiertage oder Veranstaltungen der Schützengesellschaft sind Verlegungen möglich. Treffpunkt ist immer der Pater-Kentenich-Platz zu einer vereinbarten Zeit. Zum Erreichen der Ausgangspunkte werden individuelle Fahrgemeinschaften gebildet. Im Schnitt liegen die Längen der Wanderungen zwischen 14 und 16 km.
Fast in jedem Jahr findet eine längere Wandertour statt, die immer mit kulturellen Besichtigungen und gemütlichen Elementen versehen ist.
Im Einzelnen kann die Wandergruppe in den vergangenen Jahren bereits auf folgende Wanderausflüge mit großem Erfolg zurückblicken:
| 10.- 13.06.1993 | Thüringen (Wartburg, dem Rennsteig, dem Hörselberg und Eisenach) |
| 05.- 07.08.1994 | Südsauerland (Klaukenhof) |
| 15.- 18.06.1995 | Oberpfälzerwald (Plößberg) |
| 29.- 01.06.1997 | Bayerischer Wald (Regensburg, Drachselried, Podzamice CSSR, Bodenmais) |
| 11.- 14.06.1998 | Schwarzwald (Lötenbachklamm, Wutachschlucht, Gutach-Freilichtmuseeum) |
| 11.- 13.06.1999 | Velden (Schützenfest Artelshofen, Burg Hohenstein, Maximilliansgrotte) |
| 06.- 10.07.2000 | Bayerisch Zell (Wendelstein, Sudelfeld, Kufstein) |
| 28.- 01.09.2001 | Sächsische Schweiz (Bad Schandau, Prebischtor, Dresden Königstein) |
| 15.- 19.08.2002 | Hochharz (Brocken, Wernigerrode, Bad Harzburg) |
| 14.- 18.08.2003 | Fränkische Schweiz (Hallstadt, Bamberg) |
| 18.- 23.08.2004 | Berchtesgaden (Königssee, Bergwerk, Panoramastraße) |
| 08.- 11.07.2005 | Velden (Jubiläumsschützenfest in Artelshofen) |
| 16.- 18.09.2005 | Eifel (Luxemburg, Halsbachklamm) |
| 02.- 09.09.2006 | Bayerischer Wald (Lusen, Schachten, Ilz, Passau) |

Auf einer Hüttenalm über dem Königssee

Der Königssee bei Berchtesgaden mit St.Bartolomä
Die Anfahrt erfolgt fast immer mit einem Reisebus, der auch vor Ort bleibt um die kleinen Zwischentouren zu erledigen. So ist jeder frei von seinem eigenen PKW und kann sich ganz auf die Wanderungen konzentrieren.
Auch die monatlichen Wanderungen in der heimischen Umgebung sind so begehrt, dass sich schon mal bei einer Tagestour über 50 Teilnehmer eingefunden haben.
Hier einige Highlights unserer Tageswanderungen:
- Zur Narzissenblüte ins Hohe Venn
- Zum Wasserfall im Dreimüllerwald
- Der Limes Wanderweg bei Hönningen
- Zur Quelle der Erft
- Der Rotweinwanderweg
- Die Eifel
- Das Bergische Land
- Die Rheinwanderwege
- Die Rurtalsperre
Als zusätzliche alljährliche Veranstaltung wird in jedem Jahr – in der Regel im Monat Juli - eine Nachtwanderung gestartet. Diese erfreut sich bei den Mitgliedern einer besonderen Beliebtheit; hat sie einer normalen Wanderung doch einen gewissen Reiz voraus, und wenn es nur die Dunkelheit ist oder bei gutem Wetter der morgentliche Sonnenaufgang. Zum krönenden Abschluss wird ein gemeinsames Frühstück arrangiert.
Zwischen Weihnachten und Neujahr wird regelmäßig eine größere Tour organisiert, die die 30 km Grenze überschreitet. Zu diesen recht abenteuerlichen Touren findet sich stets der harte Kern der Truppe ein, um die sogenannte "Herausforderung" zu bewältigen.
Jede Wanderung wird eine Woche vor dem jeweiligen Termin durch ein Informationsblatt mit dem Streckenverlauf und der ungefähren Länge bei den Wanderfreunden bekannt gemacht. So bleibt jedem genügend Zeit, sich entsprechend vorzubereiten. Wie bereits in den vergangenen Jahren werden auch die künftigen Aktivitäten der Wandergruppe geprägt sein von Ideen und Aktivitäten. So wird man auch weiterhin durch die freie Natur ziehen, um die Schönheit und Einzigartigkeit unserer Heimat zu erleben.
Wer mehr über die Wandergruppe erfahren möchte, sollte einfach mit uns sprechen.
Text: Herbert Schmitz / Werner J. Martens
Bilder: Werner J. Martens

