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Es war wieder einmal so weit: 43 begeisterte Wanderer der St. Kunibertus-Schützengesellschaft aus Gymnich machten sich auf eine lange Reise, um im Salzburger Land sechs Tage lang tolle Wanderungen in dieser Hochgebirgslandschaft zu erleben.

 2011 09 salzburg morgenappell

Morgenappell

Radstadt im Pongau mit seinen 858 m Seehöhe sollte mit seinem Hotel Stegerbräu der tägliche Ausgangspunkt sein. Wanderführer Herbert Schmitz hatte mit seiner Frau Trude wieder eine hervorragende Vorarbeit in Planung und Organisation geleistet.
Schon der erste Tag verlangte der Wandergruppe viel ab. Nach dem Start in 1362 m Höhe ging es zur Moosscharte (1513 m) und dann über einen Kammweg zum Roßbrand mit seiner Radstadter Hütte, die auf 1768 m liegt. Dabei galt es, 406 Höhenmeter zu überwinden. Damit war es aber nicht getan, denn die Gruppe musste diesen Höhenunterschied natürlich auch wieder bergab bewältigen. Und wer schon einmal im Hochgebirge gewandert ist, der kennt die Belastungen, die gerade beim bergab gehen entstehen.
Abends wussten sicherlich alle, was sie an diesem Tag geleistet hatten.

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Gipfelkreuz Roßkopf

Der nächste Tag bescherte der Gruppe einen Regentag, aber eine Alternative war schnell gefunden. Die größte Eishöhle der Erde, die Eisriesenwelt bei Werfen, war das Tagesziel. Zunächst mussten steile Fußwege und eine Seilbahnfahrt mit einer der steilsten Seilbahnen Österreichs überwunden werden, um in 1641 m Höhe in ein faszinierendes Eishöhlenlabyrinth einzutauchen. Ca. einen Kilometer weit wurde die Gruppe durch fachkundige Führer in die Eishöhle in das ewige Eis geführt. Für diese Strecke mussten auf dem Hin- und Rückweg über 1000 Stufen erklommen werden. Die gesamte Eishöhle ist bislang bis in eine Tiefe von über 40 Kilometer erforscht.

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Eingang Eiswelten

Das Dachsteinmassiv ist sicherlich neben den Dolomiten in Südtirol eine der faszinierendsten Gebirgsformationen in den Alpen und sie waren das nächste Tagesziel der Gruppe. Von der Bachlalm auf ca. 1500 m Höhe ging es über 400 Höhenmeter immer bergauf zur Südwandhütte des Dachsteinmassivs auf 1910 m. Ein Abstieg zur Seilbahnstation Türlwand brachte die Gruppe zum heiß ersehnten Bus, der sie zurück zum Quartier brachte.
Der heutige Tag mit dem imposanten Dachsteinmassiv und seiner eindrucksvollen Kulisse war sicherlich der Höhepunkt der Wanderwoche.

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Die St. Kunibertus Wanderer auf der Bachlalm vor dem Dachstein

Es folgte ein Tag des Wassers. In der Nähe von Schladming wurde der Riesachwasserfall bis zu Gfölleralm (1338 m) erwandert. Die Wasserfälle haben eine Höhe von 1065 m und es galt wieder, ca. 750 Stufen zu erklimmen. Der gesamte Höhenunterschied betrug 380 m. Die Hauptattraktion war jedoch eine Hängebrücke mit einer Länge von 46 m in einer Höhe von 36 m. Für einige war es eindeutig eine Mutprobe, dieses schwankende "Bauwerk" zu überqueren. Der weitere beschwerliche Weg wird auch "durch die Höll" genannt. Am Riesachsee in 1345 m Höhe war der Wendepunkt und über einen angenehmeren Wanderpfad ging es wieder bergab.

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Hängebrücke in der "Höll"

Obertauern, ein sehr bekannter Skiort, war der nun folgende Ausgangspunkt, um mit der Grünwaldkopfbahn auf eine Höhe von 1975 m zu fahren, um dann auf einem Wanderweg über die Diktán Alm (1816 m) die Talstation wieder zu erreichen.
Nun sollte endlich ein ruhiger Tag folgen, und so war eine Talwanderung im Oberen Ennstal angesetzt. Der Fluss Enns führte uns an seinen seitlichen Wanderwegen zwischen der kleinen Gebirgsstädten Radstadt und Altenmarkt, die hier im Hochgebirge ihren besonderen Reiz haben, hin und her.
Nun kann die Wandergruppe nicht nur gut wandern, sondern sie versteht es auch in jedem Jahr einen zünftigen gemütlichen Abend zu gestalten. Ein begeisterungsfähiger Musiker, der auf der Radstadter Hütte engagiert wurde, sorgte für die nötige Unterhaltung.

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Der Musiker von der Radstadter Hütte

Die "Laienschauspielerinnen" der Gruppe waren an diesem Abend für das Zwerchfell zuständig, und sie haben es mit dem Auftritt von "Captain Cook" sowie dem Einteiler "Die Hochzeit" auch mal wieder geschafft, dieses zu strapazieren.

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Die Laienspielgruppe der Wandergruppe

Nach sechs wunderschönen Wandertagen hieß es nun Abschied zu nehmen vom Salzburger Land und sich wieder gen Gymnich aufzumachen. Aber auch auf der Rückfahrt wurde noch eine besonderer Kunstgenuss eingebaut: Die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, westlich von Augsburg, wurde angesteuert und Pater Jörg führt uns in die Geschichte dieser Wallfahrtskirche, die ihren Ursprung 1632 während des Dreißigjährigenkrieges hat, ein. Es war eine krönender Abschluss, dieses barocke Juwel nach sechs Tagen Wanderungen im Hochgebirge zu besichtigen.

Text + Bilder: Werner J. Martens