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Abteilungen: Unsere Wandergruppe

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Wanderführer und Vizepräsident Herbert Schmitz und Gattin Trude organisieren seit mehr als 20 Jahren Wandertouren vom Feinsten. Vom 7. bis zum 14. September ging es in diesem Jahr ins österreichische Pitztal, ein schmales Flusstal mit beeindruckenden Berghängen und tosenden Wasserfällen in Serie.

Die Anreise am Samstag nach St. Leonhard-Neurur ins gemütliche Hotel Sturpen erfolgte mit einem komfortablem Reisebus der Firma Rheinland-Touristik. Schon das erste Abendessen war ein Highlight und so sollte es auch weitergehen.

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Mit der Teilnahme an einem Feldgottesdienst anlässlich von Almabtrieb und Kirchtag in Jerzens begann der Sonntag. Schützenkompanie und andere Vereine des Ortes zogen in Trachten und mit Blaskapelle zum Freiluftaltar. Die Gymnicher Wanderfreunde packten kräftig mit an und stellten Bänke für die vielen Einheimichen und die Touristen auf.

Am ersten Wandertag auf den fast 2400 m hohen Sechszeiger aufzusteigen, wäre vielleicht ein bisschen zu viel gewesen. Da erwiesen sich die Seilbahnen zur Hochzeiger-Mittelstation und weiter zum Sechszeiger als willkommene Unterstützung. Das Wetter war durchweg gut und erlaubte einen fantastischen Blick vom Gipfelkreuz auf die umliegenden Berge und Täler.
Auf Schusters Rappen ging es dann zurück nach Jerzens und dort auf den Festplatz zu einem zünftigen Happen und einer gestrichenen Maß.
Tanzen in dicken Wanderstiefeln? Für die Wanderfreunde der Gymnicher Schützen kein Problem. Da wurden auch die Jerzener wach und schwangen das Tanzbein.

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"In den Schluchten des Balkan" heißt ein Buch von Karl May, das der eine oder die andere gelesen haben mag. Dort hineinversetzt fühlte sich am zweiten Tag mancher Wanderer in der sogenannten Rosenschlucht des Schlinderbachs bei Imst. Eingetaucht in Jahrmillionen Erdgeschichte führen die schmalen Wege der Klamm bergauf über Treppen, Brücken und natürliche Tunnel hinauf nach Hoch Imst. Ein Stolleneingang, wegen des Lichteinfalls Blaue Grotte genannt, kündet noch heute vom Bergbau aus römischer Zeit.
Von Imst ging es dann nach Wenns zu einer Führung durch das in seinen Grundfesten rund 700 Jahre alte Stamserhaus, das heute eine Krippenausstellung beherbergt. Der 1860 gegründete Krippenverein stellt hier in stimmungsvollem Ambiente über 40 Krippen von historisch bis modern aus.

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In den Alpen hat oft das Wetter das Sagen, und die Aussichten verhießen nichts Gutes für die kommenden Tage. Aber der Dienstag sollte sonnig und trocken bleiben. Also erklärte Wanderführer Herbert Schmitz die Freitags- zur Dienstagswanderung und bescherte der Wandergruppe das "supergeile Gefühl", auf einem 3440 m hohen Gipfel im Schnee zu stehen und die herrliche Aussicht auf den Pitztaler Gletscher zu genießen.
Von der Talstation der Stollenbahn Pitz-Express marschierten die Wanderfreunde 9 km entlang der Pitz zurück zum Hotel.

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Aber nicht im Bett! Morgens früh um Neune Abfahrt mit dem Bus nach Stams ins Zisterzinser-Kloster. Schon das markante Gebäude läßt einen staunen - der Besucher des Inneren aber ist fasziniert von der Kunst und der Pracht der Fresken, der Altäre und des legendären schmiedeeisernen Rosengitters aus dem Jahre 1716. Ein einprägsames Erlebnis!
Nächstes Ziel war Innsbruck. Von vielen schon besucht, gibt es doch immer wieder Neues zu entdecken. Der geschichtsträchtige Ortsteil Bergisel wartet auf mit dem Tirol Panorama Museum. Auf einer 1000 qm großen 360-Grad-Leinwand haben Künstler in nur 3 Monaten Szenen aus dem Tiroler Freiheitskampf von 1809 gegen die Bayern verewigt.

Am Donnerstag ging es von St. Leonhard-Scheibe aus steil bergauf bis zur Arzler Alm und von dort buchstäblich über Stock und Stein auf einem schmalen Waldpfad auf 1875 Meter. Begleitet von dem einen oder anderen Regenschauer erreichten die Wanderer die Tiefentalalm. Vor der Tür empfing sie der Almwirt mit Akkordeon und Tiroler Liadern, zum Mitsingen wurden Texthefte verteilt. In der warmen Stube gabs neben heißen Suppen, Speckbrett und Kaiserschmarrn auch ein zünftiges Bier und natürlich Liederbücher. Da fiel es den Wandersleut nicht leicht, als zum Aufbruch ins Tal geblasen wurde.

Die Zirbenkiefer wächst dort, wo andere Bäume keine Chance haben - zwischen 1800 und 2400 Metern Seehöhe! Die Zirbe kann 1200 Jahre alt werden, im allgemeinen aber 300 bis 500 Jahre. Das und noch mehr erfuhren die Wanderfreunde beim Besuch eines auf Zirbenholz spezialisierten Sägewerks, in dem aus den Säge- und Hobelspänen per Wasserdampf-Destillation Öl gewonnen wird; Zirbenöl, ein Naturprodukt für zahlreiche Anwendungen. Ein Gläschen Zirbenlikör rundete den sehr lehrreichen Vortrag der Hausherrin ab.

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Am Freitag wurde die Dienstagswanderung nachgeholt. Bei leichtem Schneefall marschierten die Teilnehmer rund um Österreichs höchstgelegenen (2232 Meter) Bergsee, den Rifflsee. Nach einer Rast auf der Rifflsee-Alm gings zurück zur Bergbahn und mit ihr entspannt ins Tal. Sie wären ja nicht Rheinländer, wenn ein Abschiedsabend ohne Alpen-Gaudi vonstatten ginge! Also sorgte ein Tiroler Musi-Gaudi-Duo für Stimmung und Tanz und der "Mädchentisch" wie in jedem Jahr mit einer gespielten Geschichte vom Willi-Ostermann-Lied "Dämm Schmitz sing Frau es durchjebrannt" für eine Mischung aus Heiterkeit und Fasteleer.
Es soll recht spät geworden sein - aber so genau weiß das keiner mehr.

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Eine Heimfahrt ohne Erlebnis? Doch nicht bei den Wanderfreunden der Gymnicher Schützen. Station in München bei den Bavaria-Filmstudios.
Erster Eindruck: Hier ist ja die Hölle los!
Zweiter Eindruck: Sturm der Liebe! Großes Transparent auf einer riesigen Halle, betreten verboten. Dort wurde gedreht, eben jene Serie, die nachmittags in der Glotze läuft, die aber keiner kennen will.
Dritter Eindruck: Gigantische Kulissen und viel Betrug; Filmbetrug natürlich, auch Fiktion genannt.
Vierter Eindruck: Die Glitzerwelt des Films besteht vor und hinter den Kulissen aus harter Arbeit.
Sollte man gesehen haben. Dann sieht man Film mit anderen Augen.

Abends gegen elf zurück in Gymnich - kaputt aber glücklich. Danke für die tolle Woche!

Text: Alfons Selt
Bilder: Privat