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Abteilungen: Unsere Wandergruppe

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Wanderführer und Vizepräsident Herbert Schmitz hatte alles bestens vorbereitet. So konnte die 40-köpfige Wandergruppe der St. Kunibertus-Schützen aus Gymnich mit Spannung und Vorfreude am 6. September frühmorgens den komfortablen Reisebus der Firma Rheinland-Touristik besteigen und in Richtung Bayern rollen.
Ziel war in diesem Jahr Kochel am See. Das Abendessen ließ kulinarisch Gutes für die kommenden Tage erwarten. Nach ausgiebigem Frühstück und Empfang von Wanderproviant machten sich die Wanderfreunde am Sonntag auf den Weg in die Rieder Berge. Die anspruchsvolle Wanderstrecke über Steine und Wurzeln entlang von Jägermoos und Stutzenstein, vorbei an den Lainbacher Wasserfällen und dem Kochelsee verlangte den Frauen und Männern bei gutem Wetter einiges ab. Zur Belohnung gab es nach Rückkehr ne zünftige Maß im Hotel-Biergarten.
Montag, traumhaftes Wanderwetter! Der Bus brachte die Mannschaft zum 813 m hoch gelegenen Wanderparkplatz bei Urfeld. Dort begann der mühevolle Aufstieg auf den Jochberg (1565 ü.NN). Fotos unterm Gipfelkreuz, Panoramablick auf Wetterstein und Karwendelgebirge, im Vordergrund Kochel- und Walchensee, auf der Bergwiese sitzen und die mitgebrachte Brotzeit verzehren - fantastisch!

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Dienstag beim Frühstück - Regen. Sauwetter. Brave Wanderer kann das nicht schrecken. Bei der Anfahrt zum Walchensee, wo es mit der Seilbahn zum Herzogstand auf 1675 m hochging, riss der Himmel auf. Die Bergstation, kurz zuvor noch in Wolken gehüllt, gab den Blick frei über die beiden Seen und die Bergwelt des bayerischen Voralpenlandes. Gewandert wurde natürlich auch - über fast schon alpine Wanderwege, die Pionierweg und Jocher Höhenweg heißen, vom Herzogstand über Schlehdorfer Alm und durch dichte Bergwälder hinab zum Walchenseekraftwerk. Ein paar Gewitterschauer zwischendurch gehörten einfach dazu. Nicht nur für Technikfreaks interessant war die Führung durch das Walchensee-Kraftwerk. Die imposante Anlage ist die Wiege der industriellen Stromerzeugung und funktioniert noch mit Maschinen aus Kaiser Wilhelms Zeiten. Pech am späten Abend: Der Hotelwirt saß biermäßig auf dem Trockenen.
Am Mittwoch stand eine Tagestour nach München auf dem Programm. Ein ortskundiger Führer enterte den Bus am Isartor-Platz und erklärte auf der Stadtrundfahrt in launig-lockerem Ton den Gymnichern, was sie alles nicht haben. Gut, ein Schloss haben sie auch, wenn auch nicht so bombastisch wie Schloss Nymphenburg. Den Nachmittag zur freien Verfügung, zog es die einen ins Hofbräuhaus, die anderen zum Shoppen bei Prada oder Gucci oder, nach Blick ins Portemonnaie, doch lieber nur zum Gucken ins Schaufenster und zum Victualienmarkt. Wie berichtet wurde, hatte das Hofbräuhaus Bier satt.
Der Donnerstag überraschte die Wanderer mit dichten Wolken und Regenschauern. Nebel umgab die Gondeln bei der Auffahrt von Lenggries auf den Brauneck. Fernsicht um die 10 Meter. Egal, gewandert wurde trotzdem. Das glitschige, steinige Terrain vom Brauneck zum Latschenkopf war eine echte Herausforderung für die geübten Wandersleut. Einige Ausrutscher, leider auch in Kuhfladen, blieben bis auf die Geruchsbelästigung ohne nennenswerte Folgen. Nach Einkehr auf der Stie-Alm war das alles vergessen und es ging zurück zur Seilbahn.

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Regen am Stück auch am Freitag. Die kurze Strecke vom Hotel zum Kloster Benediktbeuern war aber kein Problem bei guter Kleidung und frohem Mut. Die prächtige Klosteranlage Benediktbeuern ist eine der größten in Deutschland, mit grandioser Architektur, beeindruckenden Kunstwerken und einer wechselvollen Geschichte. Das kann man alles lesen, googeln oder besser, sich erklären lassen. Der eloquente, fachkundige Senior, der die Wanderfreunde durch die heiligen Hallen führte, zog mit seiner Rhetorik alle in seinen Bann. Aus geplant einer Stunde wurden zwei! Es hätten auch vier sein dürfen; zumal währenddessen wahre Sturzbäche vom Himmel platschten. Nach Mittagsrast in der Klosterschenke ging es gestärkt auf eine letzte Wandertour durch das Naturschutzgebiet Loisach-Kochelsee-Moor, ein Biotop von beeindruckender Ursprünglichkeit und mit seltener Vegetation.

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Der letzte Abend der Wanderwoche muss traditionell gefeiert werden; natürlich mit Musik und Tanz. Für die Musik sorgte ein uriges Bayern-Duo, tanzen mussten die Wanderer selbst, was sie auch ausgiebig taten.
Nach glücklicher Heimkehr am Samstag das Fazit: Eine tolle Woche. Danke dafür an Herbert und Trude Schmitz.

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Text: Alfons Selt
Bilder: Herbert Schmitz